Meeresalgen Wissen

Was muss man zum Thema Meeresalgen wissen? Meeresalgen finden wir in verschiedensten Größen, Formen und Farben auf unserer Erde. Mikroskopische kleine Algen besiedeln die Eisflächen Grönlands und schweben als Plankton in den Seen und Weltmeeren. Makroskopische Algen, die wir mit dem Auge gut erkennen können, besiedeln das Süßwasser genauso wie die Küstenregionen der Meeresgebiete. Diese bilden sogar inselähnliche Flächen im offenen Ozean.

Alle Algen benötigen für ihren Energiestoffwechsel Sonnenlicht. Außerdem produzieren Sie mit Hilfe der Fotosynthese organische Verbindungen wie Kohlenhydrate, Proteine, Fette und andere wichtige Pflanzeninhaltsstoffe.

Sind Meeresalgen nun Pflanzen?

Diese Frage lässt sich nach dem jetzigen Forschungsstand noch nicht eindeutig beantworten. Einige Algengruppen stehen wohl den Landpflanzen näher. Andere, vor allem die mikroskopisch kleinen und geiseltragenden Vertreter, können wohl eher der Gruppe der Protisten (einzellige Lebewesen) zugeordnet werden.

Die großen Meeresalgen nehmen, anders als unsere Landpflanzen, ihre Nährstoffe über die gesamte Oberfläche auf. Mit dem Untergrund sind Sie meistens nur durch eine Haftvorrichtung verbunden. Ihr Verbreitungsgebiet wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel:

→ wie stark sie den Wellen ausgesetzt sind.

→ der Intensität des Sonnenlichtes.

→ Wassertemperatur und die im Wasser gelösten Stoffe.

Die Meeresalgen sind Teil des marinen Ökosystems und bieten seinen Bewohnern einen Lebensraum und die nötige Nahrungsgrundlage.

Meeresalgen Arten

Die großen Meeresalgen, auch Seaweeds genannt, können aufgrund ihrer Farbpigmente in drei Gruppen eingeteilt werden: die Rotalgen, die Grünalgen und die Braunalgen. Man nimmt heute an, dass ca. 10.000 verschiedene Seaweed-Arten existieren, ca. 6.500 Rotalgen-Arten, 2.000 Braunalgen-Arten und 1.500 Grünalgen-Arten (M.D. Guiry). Im nördlichen Atlantik zählt man 1.200 Arten, davon konnten ca. 500 Arten an den irischen Küsten nachgewiesen worden (M.D. Guiry).

Meeresalgen: früher und heute

Besonders in den Küstenregionen werden Meeresalgen schon seit Jahrtausenden von den Bewohnern geschätzt. Die ersten Funde stammen aus dem Süden Chiles und sind 14.500 Jahre alt (M.D. Guiry). Die Algen werden traditionell als Nahrungsmittel für Menschen und Tiere und in der Landwirtschaft als Düngemittel verwendet. In Irland wurden die Schafe vor dem Verkauf auf den örtlichen Märkten oft einige Tage vorher an die Strände getrieben um Meeresalgen zu fressen. Die Tiere entwickelten dann ein besonders dichtes und glänzendes Fell. Das Recht der Küstenbewohner Algen an den Stränden zu ernten wurde im letzten Jahrhundert hoch eingeschätzt. Es war sogar wertvoller als eine Kuh zu besitzen.

Auch aus ökologischer Sicht werden Meeresalgen für die menschliche Ernährung in der Zukunft eine noch wichtigere Bedeutung erhalten. Für Ihr natürliches Wachstum benötigen wir weder Landflächen, nicht einen Tropfen Süßwasser, keinen künstlichen Dünger oder Pestizide. Meeresalgen sind besonders reich an Proteinen, Ballaststoffen sowie Mineralstoffen, z.B. Kalium, Calcium oder Magnesium. Außerdem enthalten Sie Vitamine und wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe.

Als Nahrungsmittel werden im europäischen Raum ungefähr 20 verschiedene Meeresalgen intensiv genutzt:

 

Rotalgen (Chlorophyceae)

Chondrus crispus und Mastocarpus stellatus (Carrageen Moss, Irish Moss, Knorpeltang)

Porphyra spec. (Nori, Purpurtang)

Palmaria palmata (Dulse, Dillisk, Lappentang)

Osmundea pinnatifida (Pepper Dulse)

 

Braunalgen (Phaeophyceae)

Laminaria digitata (Kombu, Oarweed, Fingertang)

Saccharina latissimia (Sweet Kombu, Zuckertang)

Laminaria hyperborea (Forest Kelp, May Weed, Palmentang)

Alaria esculenta (Atlantik Wakame, Wing Kelb, Flügeltang)

Himanthalie elongate (Sea Spaghetti, Sea haricots, Meeresspaghetti )

Sargassum muticum (Sargassum, Japanese Weed)

Fucus vesiculosus (Bladderwrack, Blasentang)

Ascophyllum nodosum (Egg Wrack, Knotentang)

Fucus spiralis (Spiraltang, Kleiner Blasentang)

Pelvetia canaliculata (Cow Tang, Rinnentang)

Fucus serratus (Sägetang)

 

Grünalgen (Rhodophyceae)

Ulva lactuca (Sea Lettuce, Meersalat)

Ulva intestinalis (Atlantik Spirulina, Darmtang)

Codium fragile (Velvet Horn, Grüne Gabelalge)